Engagiert am Ort
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Das Leitungsteam der Firmkatecheten in Aachen-Richterich und -Horbach

Irmgard Knechtges-Obrecht (l.), Ingrid Budde-Dreßen und Angelo Scholly koordinieren mit Freude und eigenverantwortlich die Firmkatecheten in St. Martinus Richterich und St. Heinrich Horbach.

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Mit Rückenwind eigenständig Katecheten koordinieren

In Aachen-Richterich und -Horbach erproben drei Laien in der Firmkatechese das Poitiers-Leitungsmodell

In den Gemeinden St. Martinus Richterich und St. Heinrich Horbach ist die Neuerung gar nicht richtig wahrgenommen worden. In den Augen der jugendlichen Firmkandidaten ist sie nur eine Randnotiz. Am ehesten noch Eltern haben am Anfang umdenken müssen.

Dass nicht länger der Pastor für die Firmkatechese zuständig ist, war manchen aus Gewohnheit noch ein fremder Gedanke.

An diese Anfänge vor etwa zwei Jahren erinnern sich Irmgard Knechtges-Obrecht, Ingrid Budde-Dreßen und Angelo Scholly mit einem Schmunzeln. Und freuen sich bis heute über das große Vertrauen, das ihnen Pfarrer Josef Voß und mit ihm das Pastoralteam ausgesprochen haben und weiter aussprechen.

Die drei haben als ehrenamtliche Laien die volle Verantwortung für die Firmkatechese in beiden Gemeinden übertragen bekommen – und füllen diese Verantwortung selbstständig aus. Sie koordinieren zurzeit ein Team von 14 Katecheten. Alle zwei bis drei Wochen treffen sie sich zu dritt und bereiten die Zusammenkünfte mit den Katecheten inhaltlich vor.

Pro Thema arbeitet das Leitungsteam drei unterschiedlich geprägte Vorschläge aus, als Grundlage für die Katecheten. Diese können sich die präsentierten Ideen so greifen und anpassen, wie es zu ihrer eigenen Persönlichkeit und zu der jeweiligen Gruppe passt. Schließlich geht es allen ja um eine möglichst authentische Begleitung der Kandidaten zu ihrer Firmentscheidung.

70 Jugendliche werden zurzeit auf die Firmung im Rahmen einer Visitation von Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff im Mai 2011 vorbereitet. Die Katecheten arbeiten je zu zweit in sieben Gruppen mit je zehn Kandidaten. Das Leitungsteam erhält auf seine Organisations- und Inspirationsleistung von diesen Mitstreiterinnen und Mitstreitern ein tolles Feedback.

Dieser Rückhalt, verbunden mit dem Vertrauen von Pfarrer und Pastoralteam, gibt den dreien den Rückenwind für eine frische, ideenreiche und oft genug auch fröhliche Zusammenarbeit. Sie wissen sich auch als Pioniere einer Gemeindeentwicklung, die Pfarrer Josef Voß in seinem Sprengel vorantreibt. Diese orientiert sich an dem Leitungsmodell des französischen Erzbistums Poitiers.

So bilden Irmgard Knechtges-Obrecht, Ingrid Budde-Dreßen und Angelo Scholly die erste „Equipe“, die erste eigenständige Leitungsgruppe von ehrenamtlichen Laien, in Richterich und Horbach. Die Erfahrungen sind bislang uneingeschränkt so positiv, dass es denkbar ist, das Modell auf andere Tätigkeitsfelder auszuweiten. Mit Augenmaß wird das geprüft und vorbereitet.

Die drei können auch sehr gut mit den Einschränkungen leben, die das Modell mit sich bringt. Denn es ist so angelegt, dass sich keine Verkrustungen entstehen. Nach zwei, drei Durchläufen soll Schluss sein mit diesem Dreiergespann, dann sollen andere ihre Aufgabe übernehmen. Firmkatechese wie andere Felder dürfen keine Erbhöfe innerhalb der Gemeinde sein, so ist der Gedanke.

Die Pioniere haben keine Angst, dass sie danach „arbeitslos“ werden. An ehrenamtlichen Tätigkeitsfeldern in ihren Gemeinden mangelt es nicht. „Dann machen wir halt was Anderes“, lautet die Devise – und bei diesem Ausblick auf die Zukunft sehen sie schon wieder frisch, fröhlich und zufrieden aus. Bei einem solchen Rahmen, wie sie ihn erfahren, macht Ehrenamt richtig Spaß.

 

Infos und Kontakt

Die „Equipe Firmkatechese“ in St. Martinus Richterich und St. Heinrich Horbach berichtet Interessierten aus allen Regionen des Bistums Aachen gerne über Konzept und Erfahrungen ihrer Arbeit. Der Kontakt ist möglich über Irmgard Knechtges-Obrecht, Tel. 02407/902639.

Ein Beitrag im Rahmen des Projekts www.engagiert-am-ort.de, welches Beispiele für das vielfältige freiwillige Engagement in Gemeinschaften der Gemeinden zusammenträgt. Im Europäischen Jahr des Ehrenamts 2011 nimmt das Projekt Monat für Monat ein Tätigkeitsfeld besonders in den Blick.


Von Thomas Hohenschue

Veröffentlicht am 20.01.2011

 
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