Engagiert am Ort
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Ein Beitrag im Rahmen des Projekts "Engagiert am Ort"

Eine Menge Arbeit auf dem Weg zur Ausbildungsstelle

Ehrenamtliche Ausbildungspaten aus Brüggen begleiten Gesamtschüler bei Berufswahl, Bewerbung und Ausbildung

Der Weg von der Schule in den Beruf ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene dornig, steinig, mühselig. Die Arbeitswelt erscheint ihnen sperrig, kompliziert, unerreichbar. Schon die Berufswahl fällt den jungen Leuten nicht in den Schoß. Ehrenamtliche Ausbildungspaten begleiten und unterstützen sie auf diesem Weg – zum Beispiel in Brüggen.

Willi Leven, Theo Heim und Helmut Bovenkamp haben beruflich ihren Weg gemacht. Sie blicken zufrieden und ein wenig stolz auf ihre Laufbahnen zurück, haben Erfüllung im Beruf gefunden, ihre Familien versorgen können. Jetzt sind sie im Ruhestand und möchten etwas von dem, was sie erfahren haben, an die Gesellschaft zurückgeben.

Theo Heim hat früher bei der Kreishandwerkerschaft überbetriebliche Ausbildungen organisiert. Von daher sind ihm die Nöte vieler junger Leute bestens bekannt, gerade auch derer, die gerade so mit Ach und Krach einen Schulabschluss schaffen. Einigen von ihnen über die beruflichen Anlaufschwierigkeiten hinwegzuhelfen, ist ihm ein Herzensanliegen.

So ließ er sich gerne von dem Kfz-Meister Willi Leven für die Aufgabe des Ausbildungspaten gewinnen. Leven engagiert sich seit Jahrzehnten für sozial und wirtschaftlich Benachteiligte, die es auch in einem ländlich geprägten Raum wie dem Kreis Viersen gibt. Den Rahmen für sein Engagement bildet die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB).

Deren damaliger Mitarbeiter Werner Fleuren überzeugte 2006 Willi Leven als örtlichen KAB-Vorsitzenden von der Idee der Ausbildungspatenschaften. Warum sollte nicht auch in Brüggen der Ansatz funktionieren, junge Leute bei der Suche nach dem geeigneten Beruf und einem Ausbildungsplatz zu begleiten? Fachwissen, Kontakte und Einsatzbereitschaft waren schließlich da.

Ein Mitstreiter der ersten Stunde war Helmut Bovenkamp, ein diplomierter und erfolgreicher Ingenieur. Er teilte anfangs den Optimismus seines KAB-Vorsitzenden nicht, da er nicht damit rechnete, genug Mitstreiter für das Vorhaben zu finden. Aber einen Versuch war das Ganze ihm ebenfalls wert, inhaltlich war er gleich überzeugt. 2007 gab es den Startschuss, mit einem Infotag an der Gesamtschule Brüggen, die Kooperationspartner im Projekt ist.

Zehn junge Leute wurden im ersten Durchgang begleitet, davon fanden sogar neun einen Ausbildungsplatz. Im zweiten Durchgang sind es schon 16 Jugendliche und junge Erwachsene, die unter die Fittiche genommen werden. Waren es im letzten Jahr zehn Paten, so sind es jetzt mit Theo Heim elf, und das zeigt zunächst: Es gibt eine gute Basis für die Arbeit.

Die Paten haken nach, geben Tipps, stellen Fragen

Aber es ist eine Menge Arbeit, denn die Begleitung der jungen Leute besteht aus vielen kleinen Schritten. Schon die Berufswahl ist eine große Baustelle. Viele Jugendliche haben völlig unkonkrete Vorstellungen über die Ausbildungsberufe. Auch wissen sie wenig über die eigenen Stärken und Neigungen, können die persönlichen Grenzen nur schwer einschätzen.

Manchmal raufen sich die ehrenamtlichen Paten nur noch die Haare. Die jungen Leute haben heute mit dem Internet und guten Broschüren der Berufsberatung und Kammern eine bessere Ausgangslage denn je, sich zu informieren. Doch vielen fehlt der richtige Pack-an, sich durch die Infofülle zu beißen. Die Paten haken nach, geben Tipps, stellen Fragen.

Die Entscheidung für einen Beruf können und wollen sie den Abgängern der Gesamtschule nicht abnehmen. Die Verantwortung verbleibt bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Überhaupt verstehen die Paten sich nur als Brückenbauer, als Vermittler, als Impulsgeber. Alle anderen Beteiligten behalten ihre jeweilige Rolle - Eltern, Lehrer und Berufsberater ebenso wie Ausbilder und Betriebsleiter.

Die persönliche Begleitung der jungen Leute nimmt viel Zeit in Anspruch. Oft hängen die Paten selbst stundenlang im Internet, um sich auf den neuesten Stand der jeweiligen beruflichen Anforderungen zu bringen. Die Welt der Ausbildungsberufe ist ja seit ihrem Eintritt in den Ruhestand nicht stehen geblieben, sondern ist im Gegenteil immer komplexer geworden.

Kontakte anbahnen, bei den Bewerbungen helfen

Viel Arbeit bedeutet auch das Abklappern der Ausbildungsbetriebe, um Kontakte anzubahnen, die neue Chancen für die benachteiligten jungen Leute bedeuten. Auf kurzem Weg lässt sich das ein oder andere bewegen und klären. Die Paten helfen bei den Bewerbungen und bereiten ihre Schützlinge auf das Bewerbungsgespräch vor. Sollten bei der Ausbildung Schwierigkeiten auftreten, bleiben die Paten Ansprechpartner.

Das Engagement gibt den gestandenen Männern Raum, ihre ganze Berufs- und Lebenserfahrung einzubringen. Große Begleitung ihrerseits erfahren sie dabei nicht. Aber sie stehen im ständigen Kontakt miteinander, auch und nicht zuletzt bei den Gruppentreffen der KAB in Bracht.

Kontakt: Willi Leven, KAB St. Mariä Himmelfahrt, Tel. 02157/7204.

Hintergrundinfo

Dieses Projektporträt ist ein Beitrag im Rahmen des Projektes "Engagiert am Ort", das ehrenamtliches Engagement in kirchlichen Gemeinden, Verbänden, Einrichtungen und Initiativen durch Information und Inspiration fördern will.

Das Projekt wurde am Tag des Ehrenamts 2008 gestartet und stellt immer wieder Personen, Projekte und Konzepte vor mit der Einladung, sich damit auseinanderzusetzen. Journalistischer Mitarbeiter ist Thomas Hohenschue, Aachen.

Anregungen für weitere Beiträge sind sehr willkommen.

 

 


Von Thomas Hohenschue

Unveröffentlicht

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